KOKOS –Kooperation mit freiwilligen Helfern in komplexen Einsatzlagen


 

Wie die Einbindung von spontanen, ungebundenen HelferInnen über Mittlerorganisationen gelingen kann
 

Notsituationen und Katastrophen wie lang andauernde Stromausfälle, schwere Stürme oder Hochwasserereignisse wie im baden-württembergischen Braunsbach im Sommer 2016 machen deutlich, wie anfällig unsere Gesellschaft bei Schadensereignissen ist – und wie viele helfende Hände für ihre Bewältigung benötigt werden. Durch die Möglichkeiten, die soziale Medien bieten, sind in den vergangen Jahren neue Formen von spontanem, von einem Ehrenamt ungebundenem Engagement entstanden. Dieses Engagement ist gesellschaftlich erstrebenswert, da es die schnelle, effektive Hilfe und den sozialen Zusammenhalt unterstützen kann. Damit dies tatsächlich gelingt, braucht es jedoch eine systematische Einbindung der HelferInnen sowie eine enge Abstimmung zwischen den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) und der sich engagierenden Bevölkerung.

Im Forschungsprojekt KoKoS werden organisatorische Konzepte und IT-Werkzeuge entwickelt, um die Bevölkerung als aktiven Partner in das Krisenmanagement einzubinden, die effiziente Koordination zu unterstützen und dadurch die Kooperation zu fördern. 

Basierend auf wissenschaftlichen Untersuchungen und den Erfahrungen in der Praxis hat die Universität Stuttgart einen Prozess entwickelt, der die Zusammenarbeit zwischen BOS und der Zivilgesellschaft beschreibt. Bei diesem Prozess lagern die BOS die Aufgabe der Koordination der HelferInnen an eine sogenannte Mittlerorganisation aus, die die Schnittstelle zwischen den Behörden einerseits und den HelferInnen andererseits bildet, das freiwillige Engagement koordiniert und bündelt, dadurch die Behörden entlastet und zu kollaborativer Resilienz beiträgt.

Wie der Prozess der Zusammenarbeit idealerweise gestaltet ist, was es dazu braucht und welche Erfahrungen es in der Praxis mit diesem Konzept gibt, können Sie in unseren Handlungsleitfäden nachlesen:

»Handlungsleitfaden für BOS zur Zusammenarbeit mit Mittlerorganisationen in Schadenslagen«

»Ad-hoc Schulung für Mittlerorganisationen und ihre Mitglieder zur Zusammenarbeit mit BOS in Schadenslagen« 

Das Projekt KoKoS wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,8 Millionen Euro gefördert. Am Projekt sind die Universitäten Siegen und Stuttgart sowie die VOMATEC Innovations GmbH beteiligt.