PionierHUB im Werksviertel-Mitte München

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Innovationsraum zur Erprobung zukunftsorientierter Stadtentwicklung

Da innovative Stadtplanung oftmals aufgrund der hohen Komplexität, einer fehlenden Akzeptanz, mangelnder Sichtbarkeit und Unklarheiten in der Umsetzung gehemmt wird, nimmt die wissenschaftliche Unterstützung und Begleitforschung einen zentralen Stellenwert im Bereich der zukunftsorientierten Stadtentwicklung ein. Langfristig ist es notwendig, integrative und nachhaltige Stadtentwicklung voranzutreiben und von isolierten Insellösungen abzusehen. Notwendig sind innovative, resiliente und anpassungsfähige Ansätze, die in Testumgebungen wie dem Reallabor im Werksviertel-Mitte erprobt und weiterentwickelt werden können. Ein solches Reallabor macht komplexe Wechselwirkungen innerhalb urbaner Systeme erforschbar. Seit Februar 2022 betreibt das Fraunhofer IAO den Projektstandort im Münchner Werksviertel-Mitte, welcher als Labor- und Forschungsumgebung für vielfältige strategische Forschungsfelder für die Stadt- und Quartiersentwicklung von morgen fungiert. 

Im Pionier:HUB in München werden innovative und zukunftsorientierte Projekte wissenschaftlich begleitet und bei der konzeptionellen Umsetzung unterstützt. Mit Hilfe von Wirkungs- und Akzeptanzanalysen können unter anderem Skalierungs- und Replikationsprozesse im urbanen Raum optimiert werden. Ziel ist es langfristig durch die generierten wissenschaftlichen Erkenntnisse die klimaneutrale Quartiers- und Stadtentwicklung voranzutreiben. 

In diesem Kontext sind wir auf der Suche nach Partnern:innen (z.B. Technologieanbieter, Start-ups, Kommunen), die den urbanen Transformationsprozess mit uns vorantreiben möchten. Der Reallaborcharakter des Werksviertels bietet sich aufgrund der lokalen Strukturen an, um innovative Technologien und Ansätzen auszuprobieren und weiterzuentwickeln. Die im Reallabor gewonnenen Erkenntnisse können diverse regulatorische und gesellschaftliche Hürden adressieren. Dies kann sowohl durch die erhöhte Sichtbarkeit, verstärkte Wissenschaftskommunikation, Akzeptanzbildung und das Hervorheben der Mehrwerte auf politischer und gesellschaftlicher Ebene angegangen werden.

Standort- Kreativquartier Werksviertel-Mitte

Werksviertel-Mitte München als Erprobungsraum für »Greenovation«

Das Werksviertel-Mitte ist ein Kreativquartier in der Metropolregion München, in dem Zukunftsthemen zu Klimaneutralität, Kreislaufwirtschaft, gesellschaftlicher Teilhabe, Digitalisierung und Gemeinwohlorientierung adressiert werden. Zusammen mit lokalen Akteuren wird an dem Standort an Innovationen und Forschungsprojekten gearbeitet. Da es sich bei dem ehemaligen Pfanni-Gelände des Werksviertel-Mitte um Privatgrund handelt, hebt sich das dort entstehende Reallabor besonders in Bezug auf die regulatorische Erforschung der urbanen Innovationen von andern Reallaboren in Europa deutlich ab. Diese einzigartigen Ausgangsbedingungen des Projektstandorts machen das Reallabor für Vertreter:innen aus Industrie, Wissenschaft und Politik besonders attraktiv.

Aktuelle Zukunfts- und Forschungsthemen im Pionier:HUB

DIGITALES QUARTIERSMANAGEMENT – URBANE SENSORIK

LAST MILE MOBILITY AND LOGISTICS -INTEGRIERTE UND AUTOMATISIERTE QUARTIERSVERSORGUNG, SMART & GREEN PARKING - FLÄCHENMINIMIERTE PARKRAUMLÖSUNGEN UND MULTI-HUBS

CIRCULAR (FOOD) SYSTEMS - ERNÄHRUNG UND LEBENSMITTEL-VERSORGUNG

AUGMENTED / MIXED REALITY / METAVERSE -AUFBAU DIGITALER PORTALE UND PLANUNGSWERKZEUGE

Aktuelles Projekt

Immersive Urban Food Landscapes

Der Verlust der biologischen Vielfalt, Bodendegradation und der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, aber auch Qualitätsverluste, umweltbelastende Lagerungsmethoden, hohe Transportkosten und die Verwendung fossiler Brennstoffe zählen zu den Kompromissen, die wir derzeit in Kauf nehmen, um den vorherrschenden Konsumbedarf durch überwiegend lineare, globale Ernährungssysteme zu decken. Klimabedingte Extremwettereignisse, die Auswirkungen der Pandemie sowie politische und militärische Konflikte beeinflussen vermehrt die globale Lebensmittelproduktion und -distribution, was sich aktuell insbesondere in steigenden Lebensmittelpreisen widerspiegelt. Folglich gewinnen lokale und regionale Lebensmittel an Relevanz bei der Unterstützung der Versorgungssicherheit. Im Kontext der genannten Herausforderungen ist langfristig die Entwicklung von nachhaltigeren Lebensmittelsystemen notwendig. Ziel sollte es sein, resilientere, anpassungsfähigere und auf heutige und zukünftige Bedarfe ausgelegte Systeme zu entwickeln. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO thematisiert mit dem Projekt »Immersive Urban Food Landscapes« die möglichen Transformationspotenziale, die durch stadtintegrierte Lebensmittelproduktionssysteme entstehen können.

Das Projekt wird durch das Rahmenprogramm des Fraunhofer-Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design« gefördert und hat zum Ziel die wissenschaftlichen Erkenntnisse mithilfe von künstlerischen Methoden und Darstellungsformen für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 

 

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